Es war nicht nur der Corona Pandemie geschuldet,
dass Onur Air am 20.06.2021 endgültig den Flugbetrieb einstellen
musste und Konkurs anmeldete.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten gepaart mit immer fortwährenden
Wartungsmängeln, welches zum Einflugverbot in Deutschland,
den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz führte, tat sein
Übriges.
Der türkische Reiseveranstalter TK Travel gründete am
14.04.1992 seinen sogenannten Inhouse Carrier namens Onur Air Tasimacilik
A.S.
Am Flughafen Istanbul Atatürk nahm die private Charterfluggesellschaft
mit Airbus A-320 den Flugbetrieb nach Düsseldorf auf.
Die A-320 Flotte wurde zügig erweitert und als 1994 die Eigentumsverhältnisse
zur Ten Tour Gruppe wechselte, vergrößerte man auch das
Streckennetz. Deutschland stand von Anfang an im Fokus, um die Urlauber
zu den klassischen Touristenzielen in der Türkei zu befördern.
Hierzu benötigte man größeres Fluggerät, was
ab 1996 mit dem Airbus A-300 zur Verfügung stand.
Ein Jahr später kamen noch McDonnell Douglas MD-88 hinzu, gefolgt
von MD-83 ab 2005.
Das Streckennetz weitete man nun auf die Schweiz und den Niederlanden
aus.
Der Airbus A-321 stand im Sommer 1997 zur Verstärkung der Flotte
bereit.
Bis zur Jahrtausendwende kamen unter anderen Paris, Marseille, Kopenhagen,
Glasgow, Stockholm, Helsinki, Wroclaw, Palma de Mallorca, Barcelona
und Budapest zum Streckennetz hinzu.
In Deutschland bediente man nun nicht mehr nur Düsseldorf,
sondern auch Hamburg, Nürnberg, Berlin TXL und -SXF, Dresden,
Frankfurt / Main und Dortmund.
Bis hier hin war alles noch augenscheinlich in Ordnung bis die deutschen-
und die niederländischen Behörden der Onur Air am 13.5.2005
die Einflugerlaubnis entzogen.
Zur Begründung hieß es, dass gravierende Mängel
an den Maschinen der Gesellschaft festgestellt wurden.
Einen Tag später folgten die schweizerische und die französische
Flugsicherheitsbehörde.
Erst zwei Monate später, nach Überprüfungen der Maschinen
durch die entsprechenden Behörden, wurde das Einflugverbot
aufgehoben.
Ab dem Jahr 2010 bis 2020 leaste Onur Air je nach Auftragslage Airbus
A-330-200 und -300, welche auch als Ersatz für die ausgemusterten
Airbus A-300 in die Flotte kamen.
Im Jahr 2019 zog man zum neuen Flughafen in Istanbul um und im August
gründete man eine Tochtergesellschaft, namens Holiday Europe
OOD, welche in Bulgarien registriert wurde.
Als die Corona Pandemie praktisch die Weltwirtschaft lahm legte,
hatte auch Onur Air Schwierigkeiten.
Der Flugverkehr kam praktisch zum Erliegen, was die Zahlungsunfähigkeit
der Gesellschaft nach sich zog und die Leasinggeber dazu zwangen
ihre Flugzeuge abzuziehen.
Ein Versuch den Flugbetrieb wieder aufzunehmen scheiterte an den
fehlenden Investoren.
Am 20.6.2021 meldete Onur Air Konkurs an und im Juni 2022 wurde
die Betriebsgenehmigung von den entsprechenden Stellen entzogen.
Was mit dem bulgarischen Tochterunternehmen wird ist bis dato ungewiss. |