Am 26.10.2024 stellte nach 101 Dienstjahren
eine weitere historische Airline ihre Aktivitäten ein.
Im Internet wurde über diese Fluggesellschaft, welche am 29.7.1923
gegründet wurde viel berichtet, so dass ich mich hier nur auf
die wesentlichen Dinge beschränken werde, verbunden mit einer
Vielzahl an Fotos.
Mit Erhalt der ersten Aero A-14 begann der Flugbetrieb von Prag
nach Bratislava.
Als sogenannte Ausgangsbasis nutzte man von Anfang an die Flughäfen
in Prag, die da waren Prag-Kbely, Prag-Kosice und später Prag-Ruzyné.
Bis 1930 flog die CSA nur Inlandsrouten, was sich am 1.Juli mit
dem Flug nach Zagreb änderte.
Es sollte noch erwähnt werden, dass bis Dato die Auslandsgeschäfte
der 1927 gegründeten CLS Ceskoslovenská Letecka Spolecnost
vorbehalten war.
Inzwischen hatte CSA auch neues Fluggerät um die wachsenden
Aufgaben bewältigen zu können. Hier waren es die Avia
F-VIIb/3m, ein Lizenzbau der Fokker F.VIIb/3m und die Savoia-Marchetti
SM.73.
Im Mai 1937 flog man erstmals nach Italien. Ein Jahr später,
mit dem Einmarsch der deutschen Besatzer wurden CSA und CLS aufgelöst
und die Deutsche Lufthansa übernahm die Flugzeuge und sämtlichen
Flugbetrieb.
Nach dem Krieg, am 14.9.1945 nahm die CSA den Flugbetrieb unter
den Namen Ceskoslovenské Aerolinie erneut auf und flog mit
drei Junkers JU-52 von Prag über Brno nach Bratislava und zurück.
Unterstützt wurden diese Flugzeuge noch von Douglas DC-3 /
C-47, wovon CSA letztendlich 42 Stück besaß.
Ein Jahr später konnte man die Airline schon auf den Flughäfen
Zürich, Paris, Kairo und Ankara begrüßen.
Ab 1949 wurde die alten Flugzeuge nach und nach durch Lissunow Li-2
und Avia Av-14 ersetzt. Die erstgenannte war eine in Lizenz gebaute
DC-3 und die Avia eine Lizenz der Iliuschin IL-14.
Ab 1958 hatte die Fluggesellschaft von der Avia Av-14 letztendlich
34 Maschinen im Bestand.
Zwei Jahre später kamen Iliuschin IL-18 zum Einsatz um den
gestiegenen Bedarf an Transportmitteln gerecht zu werden.
1957 stieg man mit der Tupolew TU-104 ins Jetzeitalter ein, gefolgt
von der etwas kleineren TU-124 sieben Jahre später.
Die ersten Iliuschin IL-62 konnte CSA 1969 in der Flotte begrüßen.
Sie ersetzten die für kurze Zeit eingesetzten, von Cubana geleasten
Bristol Britannia.
Nun war CSA in der Lage neue Strecken nach Übersee, wie Montreal
und New York zu bedienen.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass CSA auch im Inland sehr
aktiv war. Eigens für die Aufgabenbereiche Agrar, Geologie
und spätere Zubringerdienste wurde 1955 Agrolet ins Leben gerufen,
welche sich 1969 in Slov Air umbenannte. CSA stattete diese Gesellschaft
mit entsprechendem Fluggerät, wie Z-37, L-60, Mi-1, Mi-8, Ka-26,
AN-2, Aero-45, L-200, L-410 und Yak-40 aus.
Vom letztgenannten Flugzeugtyp besaß CSA ab 1974 zwanzig Maschinen.
Anfang der neunziger Jahre kamen Boeing B-737 der Serie 500 zur
Flotte und ersetzten vorerst die ab 1971 betriebenen Tupolew TU-134.
Drei Jahre später führte die Airline noch die größere
B-737-400 ein, welche zusammen mit der -500 eine Gesamtstückzahl
von 30 Exemplaren darstellten.
Auch wurden nach und nach die zwölf Tupolew TU-154 ausgesondert,
welche ab 1986 zur Verfügung standen.
Das wurde nun auch möglich, da ab Februar 1991 vier Airbus
A-310 eingeflottet wurden.
Am 31.12.1992 spaltete sich die tschechoslowakische Republik in
Tschechien und Slowakei auf und waren von nun an zwei eigenständige
Staaten.
Diese Zeit war für CSA, welche nun CSA Czech Airlines hieß,
insofern turbulent, als sie erst privatisiert wurde und 1994 in
Teilen wieder an die tschechische Regierung ging.
Im Jahr 2000 wurde man Mitglied im SkyTeam. Vier Jahre später
begann Czech Airlines ihre Flotte mit modernen Airbus A-320 zu erweitern.
Von diesem Flugzeug besaß man letztendlich 13 Maschinen, welche
ab 2005 und 2007 noch durch A-319 und A-321 unterstützt wurden.
Im letztgenannten Jahr wurde das Erscheinungsbild der Airline moderner
gestaltet, was sich auch an den Flugzeugen zeigte.
Zu diesem Zeitpunkt jedoch wurde es öffentlich, dass sich Czech
Airlines in einer wirtschaftliche Krise befand, was 2009 darin gipfelte,
dass die Airline zum Verkauf stehen sollte. Dieser Schritt wurde
jedoch vorerst nicht gegangen.
Ein Versuch die Airline zu retten war die Gründung einer eigenen
Charterfluggesellschaft namens Holiday Czech Airlines im Jahr 2010.
Diese Tochtergesellschaft war aber nur vier Jahre am Start, bevor
sie wieder aufgelöst wurde.
Ab 2013 hatte man nur noch Single-Aisle Airbusse, sowie ATR-42 und
-72 im Bestand. Alle anderen Flugzeugtypen wurden ausgesondert.
Zu den anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten kamen noch die
Probleme mit der Corona Krise, aber auch die Auseinandersetzungen
zwischen Russland und der Ukraine hinzu, was einen großen
Einbruch bei den Passagierzahlen darstellte.
Daraufhin legte man Strecken still, veranlasste Lohnkürzungen
und entließ Personal.
Als zu guter Letzt Travel Service im Jahr 2018 Smartwings kaufte
und somit 98% der Anteile an CSA hielt, war es im Nachhinein gesehen
der Todesstoß für die Traditionsgesellschaft.
Das traurige Ende dieser historischen Airline fand am 26.2.2021
statt, als man Insolvenz anmeldete.
Das Verfahren zog sich bis 2024 hin, wo letztendlich Flüge
im Auftrag der Czech Airlines durch Smartwings durchgeführt
wurden.
Der letzte offizielle Flug der Czech Airlines fand am 26.10.2024,
nach 101 Betriebsjahren, von Paris nach Prag statt.
Von da an war die Marke CSA vollständig unter dem Dach von Smartwings
integriert und verschwand vom Luftfahrthimmel. |